Im Interview mit Gründer Thorsten Kambach erfahrt ihr wie die Idee zur yeew GmbH entstand und es gibt spannende Einblicke in seinen kreativen Alltag.

Große Ideen haben ihren Ursprung anfangs oft im Kleinen. So erging es auch Thorsten Kambach Mitte 2017. Er ist kreativer Inhaber einer kleinen Werbeagentur in Münster. Die ersten Überlegungen zu yeew stellte er in seinem Büro auf dem Dachboden an, dem Sitz der Dachboden Werbeagentur GmbH & Co. KG. Mehr über ihn und sein Vorhaben yeew erfahrt ihr in diesem Interview.

Eine kleine Selbstvorstellung am Anfang. Wer bist du und was machst du?

Ich bin Thorsten. Gründer der Dachboden Werbeagentur GmbH & Co. KG, vom Stadtgeflüster Verlag – und eben der yeew GmbH. Darüber hinaus besteht meine Leidenschaft im Malen von Gemälden, Zeichnungen und Comics. Seit ein paar Jahren habe ich zudem das Segeln für mich entdeckt. Dafür nutze ich jede freie Minute in meiner Freizeit. Und ansonsten findet man mich im Garten. Hier sitze ich gerne, entspanne und entwickle dabei Ideen.

Blicken wir mal genauer zurück. Welche Highlights fallen dir spontan ein?

Als erstes ganz klar die Gründung der Werbeagentur. Diese entwickelt Kampagnen und darüber hinaus entstehen im Dachboden ständig neue Ideen. Ein Highlight hatten wir hier Anfang der Zweitausender. Wir beschäftigten uns damals ,als eine der Ersten, mit der Verknüpfung von Fernsehen und Internet. Dafür erfanden wir mit Web-Champs eine Sport-Show für virtuelle Sportarten. Mit wir meine ich meinen guten Freund Henning Wehland von der Musikband H-BlockX und den TV-Sender Viva. Wir waren damals jedoch noch jung und unerfahren. Das waren tolle Zeiten, aber … (lacht) nun ja!

Eine Idee, aus der hingegen was wurde, ist das Interviewmagazin Stadtgeflüster. Denn knapp drei Jahre nach Web-Champs erfüllte ich mir einen Jugendtraum und gründete dieses wunderbare Heft. Es erscheint inzwischen seit fünfzehn Jahren jeden Monat. Eine Besonderheit dabei ist, dass die Interviewpartner jedes Mal von mir gezeichnet werden.

Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie bist du auf die Idee von yeew gekommen?

Ich hatte quasi ein Schlüsselerlebnis. Mir ist aufgefallen, dass Werbung auf dem Smartphone meistens von den großen Marken kam. Das kann nicht sein, dachte ich mir. Das ist so, als sei in einer Tageszeitung nur alle zwanzig Seiten eine Anzeige und dann immer nur von den großen namenhaften Marken. Lokale Anzeigen z. B. vom Fleischer um die Ecke suchte man oftmals hingegen vergeblich. Und wie bekommt man den lokalen Händler ebenfalls mit Online-Anzeigen auf das Handy, genau wie Mercedes-Benz und Rewe? Da habe ich mir überlegt, wie ich das umsetzen könnte. Wir hatten durch meine Werbeagentur schon einiges an Erfahrung und konnten daher eine ganz einfache Strategie fahren: Wir lassen einfach alles weg, was nicht notwendig ist für eine erfolgreiche Kampagne auf dem Smartphone.

Jeder Name hat seinen Ursprung. Wie passt der Name yeew dazu?

Aus unserer anfänglichen Dienstleistung wollten wir eine Marke machen. Dadurch sollte die abstrakte und technologisch anspruchsvolle Arbeit, die wir unseren Kunden anbieten, greifbar werden. Unsere Mission bestand darin, dem Fleischer um die Ecke zu zeigen: Du kannst auch ganz einfach mobile Online-Werbung machen. Dabei entstand der Slogan „you can do it too“. Das Wort „you“ konnten wir jedoch nicht schützen lassen und haben es daher zu „yeew“ abgeändert.

Konkurrenz gibt es überall. Wo liegt bei yeew der USP und was unterscheidet yeew von anderen Geschäftsideen im Online Marketing?

Der USP ist, dass wir aus einer Dienstleistung ein hochwertiges Produkt gemacht haben. Die Werbetreibenden können es dadurch „kinderleicht“ nutzen. Wir bieten den Kunden einfache Werbepäckchen und machen damit Online-Werbung für jeden zugänglich. Das Ganze funktioniert bei uns ohne technisches Vorwissen und dem ganzen Fachjargon aus dem Online-Marketing.

Ideen umsetzen kostet Geld. Wie hast du dich zu Anfang finanziert?

Das Produkt hat vom ersten Tag an Umsätze gebracht. In den ersten Wochen konnte ich auf ein Team meiner Agentur zurückgreifen. Wir hatten so eine super Basis aus Designern, Textern, Marketingprofis und Programmierern mit viel Erfahrung.

Zunächst war yeew ein Produkt meiner Agentur Dachboden. Aufgrund der schnellen Erfolge habe ich aber im gleichen Jahr ein eigenes Unternehmen gegründet, die yeew GmbH. Schon nach weiteren wenigen Wochen hatten wir den regionalen Zeitungsmarkt auf uns aufmerksam gemacht. Wie bereits erwähnt können wir mit unserem Produkt gezielt kleine und mittelständische Unternehmen (kurz: KMU) unterstützen. Sie können wie die großen Marken, lokal, stark und direkt Online-Kampagnen umsetzen. Das Ganze aber eben zum Preis einer Tageszeitungsanzeige in der jeweiligen Stadt.

Schon nach kurzer Zeit kam es mit der Verlagsgruppe Aschendorff zu den ersten Gesprächen. Wir wurden uns schnell einig und Aschendorff NEXT kaufte Anteile an dem Unternehmen yeew sowie der Marke selbst. Um die Frage gleich vorwegzunehmen: Ja, sie haben eine Mehrheit an yeew erworben.

Nicht jeder ist sein eigener Held. Hast du ein Vorbild, welches dich in deinem Leben inspiriert und motiviert?

Mein persönlicher Held ist mein Opa. Der ist mit mir nach Amerika geschwommen. Anfangs waren wir auf einer Seefahrt. Das Schiff ist jedoch ein paar hundert Meilen vor Land untergegangen. So mussten wir den Rest der Strecke eben schwimmen. Da ich noch ganz klein war, hat er mich auf seinen Schultern getragen. Die Geschichte hat er mir zumindest so erzählt und Opas sagen immer die Wahrheit!

Den Blick in die Zukunft wagen. Wo siehst du die yeew GmbH in drei Jahren?

Gründer Thosten Kambach und Geschäftsführer Coskun "Josh" Tuna

Gründer Thorsten Kambach und Geschäftsführer Coskun „Josh“ Tuna im Gespräch. Foto: Maren Kuiter Fotografie.

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Es passte zeitlich perfekt, dass ich Coskun „Josh“ Tuna kennengelernt habe. Ich weiß was ich kann. Aber ich versuche noch stärker darauf zu achten, was ich nicht kann. Ich liebe es, Ideen zu entwickeln und Konzepte umzusetzen. Ich weiß, dass meine Stärke darin liegt und ich da besonders gut bin. Mit dem was wir mit yeew vorhaben, dafür sind Fähigkeiten und Erfahrungen gefragt, die meine übersteigen.

Wir arbeiten zurzeit an einer eigenen yeew-Technologie. Diese wollen wir Verlagen und Agenturen zur Verfügung stellen. Sie ermöglicht es, yeew den Werbekunden noch besser und direkter anbieten zu können. Ich denke, die Ad-Technologie wird die Zukunft von yeew sein. Für diese Aufgabe ist Josh genau der Richtige, um diese Transformation umzusetzen.

Kompetenzen stärken und ausbauen. Wie kam es dazu Coskun Tuna als neuen Mitgründer an Bord zu holen und was hat sich für dich verändert?

Josh bringt meine Firma auf ein Level auf das ich meine Firma nicht hätte heben können. Zumindest hätte ich es – neben meinen anderen Projekten – nicht so selbstverständlich und stark geschafft wie Josh. Darum ist es jetzt unsere Firma. Ich fühle mich sehr geehrt, dass er bei der yeew GmbH eingestiegen ist. Ich freue mich, ihn dabei zukünftig voll zu unterstützen und auf die spannenden bevorstehenden Zeiten.